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Dr. med. Brigitte Holzgreve (Chefredaktion)
Schwangerschaft und Veränderungen im Tagesleben
72 Ich bin auf einmal so vergesslich! Ist das etwa auch eine Begleiterscheinung der Schwangerschaft?
Fast alle Schwangeren beklagen sich über Vergesslichkeit. Und das scheint keine Einbildung zu sein. Forscher haben Hinweise dafür gefunden, dass die Hirnmasse von Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel etwas kleiner wird nach der Entbindung aber glücklicherweise wieder zunimmt. Aus psychologischen Studien ist schon lange bekannt, dass Schwangere eine reduzierte Wahrnehmung haben und sowohl ihr Kurz- als auch Langzeitgedächtnis und ihre Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt sind. Theorien über die Ursache dieses Phänomens gibt es viele, aber keine ist bisher unumstritten. Nehmen wir es als gute Laune der Natur, werdende Mütter nicht mit den Nebensächlichkeiten des Lebens zu überfordern! Schließlich müssen sie sich ja schon auf die allerwichtigste Aufgabe der Welt konzentrieren: ein Kind in ihrem Körper wachsen zu lassen und es dann auch noch auf die Welt zu bringen.
73 Seit einigen Wochen schnarche ich nachts. Bekommt mein Baby dann nicht genug Sauerstoff?
Schwangere schnarchen oft im Schlaf, denn ihre Nasenschleimhäute sind stärker durchblutet und deshalb angeschwollen. Das Schnarchen selbst kann zwar störend für Ihren Partner sein, ist aber für Sie und Ihr ungeborenes Kind nicht gefährlich. Trotzdem: Wenn Sie sich tagsüber müde und abgespannt fühlen, weil Sie sich nachts nicht ausreichend erholen konnten, sollten Sie unbedingt etwas unternehmen. Schaffen Sie ein kühles Schlafklima mit ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit, damit die Schleimhäute nicht austrocknen. Manchmal hört das Schnarchen auch dadurch auf, dass man den Kopf höher lagert oder auf der Seite schläft. Benutzen Sie ein Nasenspray mit physiologischer Kochsalzlösung, kochsalzhaltiges Gel oder Nasenöle, welche die Nasenschleimhaut auf natürliche Art befeuchten. Sie können es aber auch mit einem Nasenpflaster gegen Schnarchen versuchen, das man in der Apotheke kaufen kann.
74 Nachts wache ich häufig schweissgebadet auf, und auch tagsüber kann ich Hitze überhaupt nicht mehr vertragen. Hat das mit der Schwangerschaft zu tun?
Die meisten Schwangeren beklagen sich über ein verändertes Temperaturempfinden. In der Frühschwangerschaft ist ihnen eher zu kalt, in der Spätschwangerschaft eher zu heiß. Beides ist normal und irgendwie muss man sich damit abfinden. Hitzewellen und Schweissausbrüche entstehen dadurch, dass jetzt mehr Blut durch den Körper zirkuliert. Der Stoffwechsel arbeitet auf Hochtouren, deshalb wird mehr Wärme erzeugt. Die Blutgefäße der Haut weiten sich und geben Wärme nach außen ab. Sie können nichts weiter tun, als dünne, lockere Kleidung, möglichst aus Baumwolle oder Leinen, zu tragen. Gut sind mehrere dünne Schichten, damit Sie je nach Temperatur Kleidungsstücke an-oder ausziehen können. Kühlen Sie sich ab, z.B. mit Duschen und kalten Wassergüssen über die Unterarme. Wenn Sie nachts mit brennenden, heißen Füßen aufwachen, können Sie sich einen Eimer mit kaltem Wasser neben das Bett stellen und bei Bedarf die Füße hineintauchen. Sind die Beine abgekühlt, können Sie besser wieder einschlafen. Vermeiden sollten Sie: scharfe Gewürze, Knoblauch, Lauch, rohe Zwiebeln, Hafer, Buchweizen, Essig, Kaffee, Kakao, Schwarztee, Grüntee, Fencheltee, Alkohol (!), gegrilltes oder scharf angebratenes Fleisch, Lammfleisch. Wenn Sie Lust auf Saures haben, verzichten Sie auf Essiggurken und dergleichen, denn Essig hat nur vordergründig eine kühlende Wirkung, wärmt aber (innerlich angewendet) auf! Trinken Sie viel, um die verlorene Flüssigkeit zu ersetzen. Lauwarmer Apfelsaft, Früchte-, Malven-, Hibiskus-, Salbei-oder Melissentee kühlen und verringern die Schweissproduktion.
75 Wie lange darf ich noch auf dem Bauch schlafen?
Solange es Ihnen bequem ist, dürfen Sie ruhig auf dem Bauch schlafen. Ihr Baby liegt im Fruchtwasser geschützt und gut gepolstert. Die meisten Frauen ziehen aber im letzten Drittel der Schwangerschaft die Seitenlage zum Schlafen vor, unterstützt durch möglichst viele Kissen, z.B. zwischen den Knien und unter dem Bauch. Ein Stillkissen tut hier schon gute Dienste. Viele Hochschwangere fühlen sich schwindelig, wenn sie auf dem Rücken liegen. Beim sogenannten Vena-cava-Kompressionssyndrom ist der Rückstrom des Blutes zum Herzen hin beeinträchtigt, weil die schwere Gebärmutter auf die große Hohlvene (Vena cava) drückt. Starker Schwindel, Übelkeit und heftiges Herzklopfen sind die Folge. Auch das Ungeborene leidet, denn es bekommt auf Dauer nicht mehr genug sauerstoffreiches Blut. Schwangere sollten deshalb in den letzten Wochen vor der Geburt besser in der Seitenlage schlafen. Dabei wird besonders die linke Seite empfohlen); die Hauptschlagader und die untere Hohlvene liegen beide hinter der Gebärmutter. Wenn die werdende Mutter auf der linken Seite liegt, kann sich die Gebärmutter etwas verschieben, und das Blut kann leichter zirkulieren. Das Baby wird optimal mit sauerstoffreichem Blut versorgt, und auch dem Risiko von Krampfadern wird vorgebeugt.
76 Kann ein zu heißes Vollbad Wehen auslösen?
Wenn Sie keine Anzeichen für einen vorzeitigen Blasensprung oder vorzeitige Wehen haben, dürfen Sie ohne Bedenken ein warmes Bad zur Entspannung nehmen. Warmes Wasser kann zwar schon vorhandene echte, auch vorzeitige Wehen verstärken. Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass ein Vollbad geburtsaktive Wehen auslöst. Unechte Wehen, die sogenannten Vorwehen, würden durch die Entspannung im warmen Wasser sogar schwächer. Zu heiß sollte das Wasser allerdings ohnehin nicht sein, weil dann der Blutdruck zu tief absinkt und der Kreislauf zu sehr belastet wird. Empfehlenswert ist eine Temperatur von etwa 38°C. Auf gar keinen Fall sollte die Badetemperatur über 39°C liegen, weil sich dann nach einer Weile die Körperkerntemperatur erhöht. Das ungeborene Kind ist noch nicht fähig, seine Körpertemperatur selbst zu regulieren und nimmt von der Umgebung zu viel Hitze auf. Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie zu Krampfadern neigen. Die Wassertemperatur sollte dann 38°C nicht übersteigen. Wegen der Kreislaufbelastung im warmen Vollbad sollten Sie niemals baden, wenn Sie alleine im Haus sind. Auch das Ein- und Aussteigen kann durch das veränderte Körpergefühl gefährlich sein.
77 Darf man in der Schwangerschaft noch mit dem Flugzeug fliegen?
Flugreisen sind während der ersten Hälfte einer unkomplizierten Schwangerschaft generell kein Problem. Weder hat der Kabinendruck eine Auswirkung auf die Sauerstoffversorgung des ungeborenen Kindes noch stellt die Höhenstrahlung ein Schwangerschaftsrisiko dar. Die Strahlenbelastung auf Langstreckenflügen ist wie Studien zeigen konnten viel niedriger, als bisher angenommen wurde: Ein einziger Langstreckenflug erhöht die Background-Strahlenbelastung (mittlere Jahresdosis) um nur ca. 1 Prozent. In den späten Stadien der Schwangerschaft raten wir davon eher ab, da die Wehen im Flugzeug oder im Ausland einsetzen könnten. Deshalb befördern einige Fluglinien Schwangere ab einem bestimmten Schwangerschaftsstadium gar nicht mehr. Andere verlangen ein ärztliches Attest, das bestätigt, dass keine Anzeichen für einen voraussichtlichen Wehenbeginn innerhalb der Flugzeit vorliegen. An Bord sollten Sie auf gute Bewegungsfreiheit für die Beine achten. Lassen Sie sich schon bei der Buchung einen Platz am Gang reservieren, stehen Sie regelmäßig auf und gehen Sie ein paar Schritte (mindestens einmal pro Stunde). Vermeiden Sie es, die Beine übereinanderzuschlagen oder längere Zeit mit angewinkelten Beinen zu sitzen. Ziehen Sie für die Dauer des Fluges Kompressionsstrümpfe oder wenigstens eine Stützstrumpfhose an. Versuchen Sie, so viel wie möglich zu trinken (ein halber Liter Wasser pro Flugstunde), um eine Dehydrierung (Austrocknung) zu verhindern. Die auf Flughäfen eingesetzten Sicherheitsanlagen, Metalldetektoren etc. sind nicht problematisch, wenn man schwanger ist.
78 Wie gefährlich ist die Benutzung eines Mobiltelefons in der Schwangerschaft?
Es gibt bisher keinen Anhaltspunkt dafür, dass elektromagnetische Strahlung, die von einem Mobiltelefon ausgeht, zu vermehrten angeborenen Fehlbildungen oder Schwangerschaftskomplikationen führt. Vielleicht wissen wir in zwanzig Jahren mehr darüber! Momentan kann von der Natelbenutzung nicht abgeraten werden. Vielleicht ist es sogar gerade in der Schwangerschaft besonders wichtig, erreichbar zu sein bzw. in einer Notsituation um Hilfe rufen zu können. Grundsätzlich gilt auch in der Schwangerschaft: Vermeiden Sie unnötige Gespräche und stundenlanges Telefonieren! Denn eine relevante Menge elektromagnetischer Wellen, die sich auf Ihren Kopfbereich auswirken könnte, wird nur während eines Gesprächs ausgesendet. Eine weitere Schutzmöglichkeit ist die Verwendung eines Kopfhörers (Headset). Die Gespräche über kabellose Haustelefone sind übrigens sicher weniger schädlich als über ein Mobiltelefone: Schnurlostelefone geben nur ca. ein Zehntel der Leistung eines Natels ab (10 mW). Die Basisstation für das Telefon sollte man möglichst nicht dort aufstellen, wo man sich häufig aufhält, also besser auf der Wohnzimmerkommode als neben dem Kopfkissen.
79 Ab wann muss man spätestens die Kindsbewegungen spüren?
Etwa um die 22. SSW herum haben die meisten Schwangeren schon die Bewegungen ihres Babys gespürt: ein Gefühl, das häufig als Kitzeln, Blubbern, Platzen von Seifenblasen oder als Flattern von Schmetterlingen beschrieben oder einfach nur mit Darmbewegungen oder Blähungen verglichen wird. Frauen, die schon ein Kind haben, bemerken oft schon vor der 20. SSW die ersten Bewegungen ihres Babys, denn sie können aus ihrer Erfahrung das "komische Gefühl" besser einordnen. Erstschwangere sind sich dagegen manchmal erst in der 25. SSW ganz sicher. Bis zur 24. SSW sind regelmäßige Kindsbewegungen eher die Ausnahme, und es können Tage vergehen, an denen man gar nichts spürt. Weitere individuelle Faktoren, wann und wie stark man die Kindsbewegungen spürt, sind z. B. die Lage des Mutterkuchens, die Fruchtwassermenge, die Dicke der Bauchdecke, wie aktiv man selbst oder das Kind ist und wie gut man in seinen Körper "hineinhorchen" kann.
80 Ich habe oft Angst, dass ich mein Baby durch eine falsche Bewegung verletze. Kann das passieren?
Nein. Für Ihr Baby wird es zwar in den letzten Wochen recht eng, es liegt aber immer noch gut gepolstert im Fruchtwasser. Plötzliche Bewegungen verletzen höchstens Sie selbst bzw. Ihre überdehnten Muskeln und Bänder, aber nicht Ihr Baby. Sehr unwahrscheinlich ist auch eine vorzeitige Lösung der Plazenta oder ein vorzeitiger Riss der Fruchtblase! Strecken im Sinne von Räkeln (Stretching) ist auch in der Schwangerschaft sehr empfehlenswert, weil lästige Muskelverspannungen damit gelöst werden. Auch ein Stretching der Beckenbodenmuskulatur wie beim Schneidersitz und in der Hockstellung ist empfehlenswert. Aber alle Bewegungen sollten langsam und aufgewärmt und nicht bis zur Schmerzgrenze durchgeführt werden, sonst bewirken sie eher das Gegenteil.
Lebensstil in der Schwangerschaft
81 Kann die laute Musik bei einem Popkonzert schädlich für mein ungeborenes Baby sein?
Der Hörsinn eines Ungeborenen im Bauch der Mutter ist schon 20 Wochen nach der Befruchtung (22. SSW) relativ gut entwickelt. Aber durch das Fruchtwasser hört Ihr Baby die Außengeräusche nur gedämpft, weil die Geräusche im Körper der Mutter recht laut sind. Vor allem die mütterliche Stimme, die Darmgeräusche und der Pulsschlag in der großen Körperschlagader stehen im Vordergrund. Musik wird aber schon vom Feten wahrgenommen! So sollen Mozartklänge eher beruhigend und Rockmusik eher aufregend wirken. Auch sollen Ungeborene schon den Unterschied zwischen Vater und Mutter an der Stimme hören können. Andererseits kann extrem lauter Lärm von mehr als 90 dB während der Schwangerschaft (z.B. am Arbeitsplatz) beim Kind zu einem angeborenen Hörverlust im Hochfrequenzbereich führen. Zudem erhöht sich das Risiko einer Frühgeburt. Ein gelegentlicher Besuch eines Pop-Konzerts fällt aber nicht in diese Kategorie. Deshalb sollten Sie unbesorgt zum Konzert gehen und es geniessen. Aber achten Sie darauf, dass Sie sich in einem Bereich aufhalten, in dem nicht geraucht wird und ein Sitzplatz zum Ausruhen zur Verfügung steht.
82 Darf man als Schwangere noch so oft und so lange wie vorher saunieren?
In Finnland besuchen die meisten Frauen auch in der Schwangerschaft noch die Sauna. Dort wird argumentiert, dass Schwangere eine Stärkung ihres Immunsystems besonders nötig haben. Und das vermehrte Schwitzen in der Sauna könne beim Abtransport der zusätzlichen kindlichen Schlacken bzw. bei der Ausschwemmung von Wassereinlagerungen helfen. Die Körperkerntemperatur erhöht sich durch das starke Schwitzen nur um 0,5 bis 1,0°C. Deshalb ist gegen einen gelegentlichen Saunabesuch auch in der Schwangerschaft nichts einzuwenden. Die einzige, aber wichtige Ausnahme: Wenn Sie schon vorzeitige Wehen haben, sollten Sie ganz auf die Sauna verzichten. Hitze kann vorzeitige Wehen verstärken. Für gelegentliche Saunabesucherinnen gilt: ein Gang weniger, eine Stufe tiefer und möglichst ein paar Grad weniger, z.B. in der Biosauna. Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers und brechen Sie den Saunagang ab, wenn Ihnen schwindelig oder übel wird. Wichtig ist zudem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Vor Ansteckung mit Pilzen oder anderen Keimen brauchen Sie in der trockenen Hitze der Saunakammer keine Angst zu haben, denn dort können die Krankheitskeime nicht überleben. Achtung: Aus hygienischen Gründen sollten Sie als werdende Mutter besser auf Whirlpool oder Jacuzzi verzichten. Das warme Wasser im Sprudelbecken wird nicht sehr häufig ausgetauscht und ist ein idealer Nährboden für Krankheitskeime aller Art. Schwangere haben ein verändertes Scheidenmilieu und reagieren sehr schnell mit vaginalen Infektionen.
83 Gestern hatte ich am Arbeitsplatz sehr viel Stress. Habe ich meinem Baby geschadet?
Hochgradiger und andauernder körperlicher und seelischer Stress ist nie gesund, und schon gar nicht für eine Schwangere. Er kann unter anderem vorzeitige Wehen auslösen und zu einer Frühgeburt führen. Allerdings lässt sich Stress schwer messen, und deshalb kann man auch nicht sagen, ab wann es gefährlich wird und die berufliche Belastung dem Ungeborenen schadet. Zudem ist es absolut unmöglich, während neun Monaten keinen Stress oder Aufregung haben zu wollen. Mit diesem Vorsatz machen Sie sich nur noch mehr Stress. Deshalb sollten Sie positiv denken! Ihrem Kind hat die kurzfristige, einmalige Aufregung sicher nicht geschadet.
84 Wie schwer darf ich als werdende Mutter noch heben?
Solange Sie keine Blutungen, Schmerzen oder sonstige Anzeichen für eine Komplikation haben, können Sie sich grundsätzlich wie vor der Schwangerschaft belasten. Allerdings werden Sie schon durch die schwangerschaftsbedingte Müdigkeit etwas gebremst, und das hat ja sicher einen Sinn. Lassen Sie sich also, wenn es geht, schwere Arbeiten ruhig auch einmal abnehmen! In der späteren Schwangerschaft ist es sinnvoll, Tätigkeiten zu vermeiden, bei denen Sie die Bauchmuskeln zu stark anspannen müssen, z.B. das Heben von mehr als 5 kg. Geht das nicht, ist es wichtig, dass Sie dabei den Oberkörper gerade aufgerichtet halten und die Knie statt die Wirbelsäule beugen. Rückenschmerzen aufgrund einer falschen Haltung kann man so vorbeugen. Beim Einkaufen sollten Sie möglichst in beiden Händen Gewicht tragen, damit es nicht zu einseitigen Verspannungen kommt. Schwere Taschen sind allerdings tabu: Besorgen Sie sich für Einkäufe einen Wagen, den Sie hinter sich herziehen können.
85 Wie viele Zigaretten pro Tag sind in der Schwangerschaft noch vertretbar?
Jede nicht gerauchte Zigarette ist ein Gewinn für Ihr Kind. Das alte Märchen, nach dem Raucherinnen in der Schwangerschaft nicht plötzlich aufhören dürfen, weil das Kind dann Entzugserscheinungen bekommt, ist absolut falsch! Alle wissenschaftlichen Untersuchungen haben klar gezeigt: Nikotin kann ungehindert über die Plazenta auf das Ungeborene übergehen und dort direkt verengend wirken. Die Sauerstoffversorgung des Mutterkuchens und damit des ungeborenen Kindes wird somit beeinträchtigt. Frühgeburten sind bei Raucherinnen doppelt, Totgeburten sogar dreimal so häufig wie bei Nichtraucherinnen. Und: Raucherinnen sind in der Schwangerschaft und im Wochenbett stark thrombosegefährdet. Darüber hinaus enthält Zigarettenrauch viele andere schädliche Substanzen, wie z.B. Teer, Arsen, Benzol, Kadmium, Blausäure, Blei und Kohlenmonoxid. Bei Raucherkindern schlägt das Herz schneller, sie sind unruhiger und sterben dreimal häufiger an plötzlichem Kindstod (SIDS). Zusätzlich sind sie infektionsanfälliger und entwickeln später häufiger Atemwegserkrankungen wie Bronchialasthma und Allergien sowie bestimmte Krebserkrankungen (Blut- und Nierenkrebs). Wenn Sie selbst Entzugserscheinungen bekommen und das Leben ohne Zigarette Ihnen unmöglich erscheint, können Sie als Übergangslösung Nikotinersatzpräparate (Pflaster, Spray, Kaugummi etc.) verwenden. Nach Empfehlungen der US-amerikanischen Food and Drug Administration FDA, der britischen Health Education Authority und der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft ist dies keine optimale Lösung, aber immer noch um vieles besser, als weiterzurauchen. Vielen Schwangeren hilft auch Akupunktur oder Hypnose, um vom Glimmstengel loszukommen.
86 Ist etwas gegen die Benutzung eines Mikrowellenherdes in der Schwangerschaft zu sagen?
Jeder Mikrowellenherd strahlt trotz gut abgedichteten Türen ein geringfügiges elektromagnetisches Feld ab. Beim Einsatz im privaten Haushalt ist der Anteil der entweichenden Mikrowellen aber so gering, dass sich ein Wärmeeffekt in den bestrahlten Körperpartien kaum einstellen kann. Weil aber schwache elektromagnetische Felder im Tierversuch unterschiedliche Wirkungen auf Zellen und Gewebe auch ohne Wärmebildung gezeigt haben, kann als Sicherheitsmassnahme empfohlen werden, sich nicht für längere Zeit direkt vor dem eingeschalteten Mikrowellenherd aufzuhalten. Ein Abstand von zwei bis drei Metern reicht aber selbst bei älteren Geräten sicher aus.
Sex in der Schwangerschaft
87 Seit ein paar Wochen habe ich überhaupt keine Lust mehr, mit meinem Mann zu schlafen. Gibt sich das wieder?
Bei vielen Schwangeren werden die ersten Wochen von einem starken Libidoverlust begleitet. Müdigkeit, Übelkeit, sehr berührungsempfindliche Brüste und viele andere Veränderungen durch die Hormonumstellung lassen die Lust vorübergehend in den Hintergrund treten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt sich die Lustlosigkeit nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel. Dafür gibt es auch körperliche Gründe: Klitoris und Vagina sind dann stärker durchblutet und empfänglicher für Stimulation. Viele Frauen erleben deshalb in der Schwangerschaft leichter und schneller einen Orgasmus. In den Wochen vor der Geburt lässt die Lust dann manchmal wieder etwas nach, weil alle Bewegungen mit dem dicken Bauch mehr oder weniger mühsam sind. Andererseits ist Sex eine ganz natürliche Art, Wehen zu stimulieren, denn von der Samenflüssigkeit werden Prostaglandine freigesetzt, die den Muttermund reifen lassen. Sprechen Sie ganz offen mit Ihrem Partner und erklären Sie ihm, dass es nicht an ihm, sondern an den Veränderungen in Ihrem Hormonhaushalt liegt. Er hat dann ganz bestimmt Verständnis!
88 Nach dem Geschlechtsverkehr hatte ich neulich eine leichte Blutung. Was bedeutet das?
In der Schwangerschaft ist das Gewebe in der Scheide und am äußeren Muttermund sehr stark durchblutet. Beim Geschlechtsverkehr, aber auch nach einer vaginalen Untersuchung kann es durch die Verletzung feiner Blutgefäße am Muttermund zu kurzfristigen und harmlosen Schmierblutungen kommen. Dies ist die wahrscheinlichste Erklärung für Ihre Blutung. Ein Grund zur Beunruhigung besteht also nicht. Sicherheitshalber können Sie aber von Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin nachschauen lassen.
89 Kann mein Baby beim Sex verletzt werden?
Nein. Sie dürfen nach wie vor alles tun, was Ihnen beiden Spaß macht. Auch heftigere Stöße können dem Baby nicht schaden. Es liegt gut geschützt im Fruchtwasser und in der Fruchtblase. Selbst bei stärkeren Erschütterungen ist es dort in Sicherheit. Die Kontraktionen der Gebärmutter beim Orgasmus sind spätestens nach ein paar Minuten wieder vorbei. Das Ungeborene wird während der ganzen Zeit ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Solange der Gebärmutterhals noch fest verschlossen ist, Sie während des Geschlechtsverkehrs keine Schmerzen haben, kein Fruchtwasser verlieren und keine Blutungen auftreten, gibt es keinen Grund, warum Sie Ihr Liebesleben nicht wie bisher fortsetzen sollten!
Kosmetik in der Schwangerschaft
90 Wie sieht es aus mit Haarefärben in der Schwangerschaft?
Das Risiko für das ungeborene Kind scheint sehr gering zu sein. Zwar können die Chemikalien durch die Kopfhaut der Mutter eindringen und lassen sich dann sowohl in der Muttermilch als auch im Fettgewebe des gestillten Kindes in winzigen Spuren nachweisen. Aber eindeutige Hinweise auf eine vorgeburtliche Schädigung des Kindes wurden in den bisher durchgeführten Studien nicht gefunden. Hinsichtlich dieser nicht ganz abgeklärten Situation kann man eigentlich nur raten, sich im ersten Schwangerschaftsdrittel zu überlegen, ob das Haarefärben wirklich notwendig ist. Wenn es zu Ihrem Wohlbefinden beiträgt, lässt sich kein begründbares Argument dagegenstellen. Eine sichere Alternative können allerdings Tönungen oder Naturfarben wie z.B. Henna sein, da diese Wirkstoffe kaum von der Kopfhaut aufgenommen werden. Eine andere Möglichkeit sind Mèches. Da hier so gut wie kein Kontakt mit der Kopfhaut besteht, können diese auch mehrmals in der Schwangerschaft beruhigt eingefärbt werden.
91 Darf man in der Schwangerschaft Selbstbräuner-Creme verwenden?
Selbstbräunende Kosmetikprodukte bewirken nur eine chemische Färbung der Haut in den obersten Hautschichten. Das heißt der Inhaltsstoff der Selbstbräunungs-Cremes, meist der Zucker Dihydroxyaceton (DHA), reagiert mit den Aminosäuren in den obersten Hornzellen. Dieser Vorgang ist in der Schwangerschaft selbst bei regelmäßiger Anwendung unbedenklich. Allerdings sollten Sie Produkte kaufen, die nicht Psoralene als Bräunungsbeschleuniger enthalten. Diese Stoffe stehen im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Da sich die Hornzellen ständig erneuern und z.B. beim Waschen entfernt werden, hält die künstliche Bräune lediglich drei bis fünf Tage. Der Vorteil: Für eine getönte Gesichtsfarbe muss man sich nicht den schädlichen ultravioletten Sonnenstrahlen aussetzen. Geht man dann aber in die Sonne, ist man auch nicht davor geschützt. Im Handel finden sich inzwischen aber schon einige Produkte, die einen Sonnenschutzfilter enthalten.
92 Ist die Benutzung eines Solariums für werdende Mütter unbedenklich?
Künstliche Sonne im Solarium bzw. auf der Sonnenbank ist in der Schwangerschaft nicht gefährlicher als vorher und nachher. Sowohl UVA- als auch UVB-Strahlen können Hautkrebs auslösen. Für das ungeborene Kind sind allerdings bisher keine direkten Risiken bekannt wenn Sie es nicht übertreiben, denn bei zu langer Benutzung kann es auch im Bauch zu einer nicht ganz harmlosen Überwärmung kommen. Außerdem sollten Sie nicht zu lange auf dem Rücken liegen, das könnte zu Kreislaufproblemen, dem sogenannten Vena-cava-Syndrom, führen. Forscher haben zudem herausgefunden, dass hellhäutige Menschen unter künstlicher Sonnenbestrahlung einen geringeren Spiegel von Folaten im Blut haben, und dieses Vitamin ist vor allem in der Frühschwangerschaft sehr wichtig. Bedenken Sie auch, dass schwangere Haut wegen der Hormonumstellung mitunter ganz anders auf Sonnenbestrahlung reagiert als vorher, z.B. mit dunklen oder hellen Pigmentflecken.
Sport in der Schwangerschaft
93 Welche Sportarten sind für Schwangere am besten geeignet?
Für die meisten Frauen gibt es keinen Grund, in der Schwangerschaft plötzlich auf sportliche Aktivitäten zu verzichten. Denn körperliche Bewegung verbessert die Sauerstoffversorgung des Kindes, verhindert oder lindert viele der typischen Schwangerschaftsbeschwerden und bereitet optimal auf die Anstrengungen bei der Geburt vor. Grundbedingung ist, dass die Schwangere gesund ist, die Schwangerschaft normal verläuft und keine Risikofaktoren bestehen. Die günstigsten Sportarten sind solche, bei denen wenig Sturz- und Verletzungsgefahr besteht, die Sie nicht überanstrengen (Puls nicht über 130 Schläge/Minute) oder überhitzen, bei denen keine Erschütterungen entstehen und nicht kurze, zerrende Bewegungen oder Stopps ausgeführt werden müssen. Von Ihrer Lieblingssportart wissen Sie sicher selbst am besten, ob sie diese Voraussetzungen erfüllt. Die klassischen Schwangerschafts-Sportarten sind: Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen, Yoga, Stretching oder Bodyforming. Ideal ist nach Expertenmeinung die Wassergymnastik, auch Aqua-Aerobic oder Aqua-Jogging genannt. Das eigene Gewicht belastet die Gelenke nicht, und bei einer Wassertemperatur von 28 bis 30°C besteht keine Gefahr der Überhitzung und Mangelversorgung des Babys.
94 Ich würde gerne Wassergymnastik für Schwangere mitmachen, habe aber Angst, dass ich mir im öffentlichen Schwimmbad eine Infektion hole.
Auch wenn man in der Schwangerschaft anfälliger für Pilz-und andere Scheideninfektionen ist, besteht in öffentlichen Schwimmbädern kein ernst zu nehmendes Risiko. Die Wasserqualität wird streng überwacht. Eine Infektionsquelle sind allerdings feuchte Holzbänke in Schwimmbädern, also immer ein Handtuch unterlegen! Eine deutlich höhere Infektionsgefahr besteht bei öffentlichen Whirlpools, Jacuzzis etc. Die Keime können sich in dem sehr warmen Wasser und der relativ kleinen Wassermenge viel besser vermehren, deshalb sollten Schwangere auf dieses Vergnügen besser verzichten.
95 Ist etwas gegen Bergwanderungen in der Schwangerschaft zu sagen?
Bei Bergwanderungen sollten Sie Extreme vermeiden, das sind Aufstiege mit einem Höhenunterschied von über 2000 m und ein sehr rascher Aufstieg (z.B. mit der Seilbahn) auf über 3000 m Zielhöhe. Die dünnere Luft ab einer Höhe von 2500 m führt zu Sauerstoffmangel, bringt Sie in Atemnot und verschlechtert die Versorgung Ihres Kindes. Bedenken Sie auch, dass Ihr Gleichgewichtssinn verändert ist, was bei schmalen Wegen mitunter gefährlich sein kann. Kletterpartien oder Freeclimbing sind gefährliche Sportarten und deshalb tabu in der Schwangerschaft. Ein sehr hoher Lichtschutzfaktor ist empfehlenswert, weil die Haut in der Schwangerschaft extrem lichtempfindlich ist. Zudem muss eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gewährleistet sein. Ein weiterer Nachteil beim Bergwandern besteht darin, dass ärztliche Hilfe im Notfall nur sehr schwer erreichbar ist.
96 Was ist mit Skilaufen in der Schwangerschaft? Und wann ist die beste Zeit dafür?
Skilaufen (oder Snowboarden) ist keine risikoarme Sportart und für Schwangere nur bedingt geeignet. Einerseits ist das Gleichgewichtsgefühl durch den verlagerten Körperschwerpunkt verändert. Andererseits sind auch die besten Skiläufer nicht davor geschützt, von Anfängern oder Pistenrowdys angefahren zu werden. Und bei einem Sturz könnte es schlimmstenfalls zu einer gefährlichen Verletzung und sogar einer vorzeitigen Lösung der Plazenta kommen. Solch ein akuter Notfall ist auf der Skipiste nicht schnell genug zu behandeln. Aber selbst bei einem einfachen Knochenbruch müssen Sie damit rechnen, im Schnee zu liegen, bis Hilfe kommt, und einen ungemütlichen Transport sowie Röntgenaufnahmen, eine Narkose oder Operation zu erleben. Nicht ideal für Schwangere! Hinzu kommt, dass die Luft in großer Höhe (oberhalb von 2500 m) weniger Sauerstoff enthält, Sie schon bei leichter Belastung kurzatmig werden und über längere Zeit dann die Versorgung Ihres Kindes nicht mehr optimal gewährleistet ist. Wenn Sie gar nicht auf das Skilaufen in der Schwangerschaft verzichten können: Wählen Sie das mittlere Schwangerschaftsdrittel, geben Sie sich drei bis vier Tage Zeit zur Anpassung an die Höhe, wählen Sie einfachere Pisten und machen Sie viele Pausen. Oder probieren Sie alternativ eine ganz gemütliche Form des Skilanglaufs aus.
97 Wie lange darf ich in der Schwangerschaft noch joggen?
Da Sie wahrscheinlich gut trainiert sind, können Sie weiterlaufen, bis Sie sich nicht mehr wohl fühlen. Manche Schwangere joggen noch fast bis zum Geburtstermin. Die meisten, auch trainierte Läuferinnen, hören aber in der Mitte der Schwangerschaft damit auf, weil es wirklich zu mühsam wird. Viele Schwangere wechseln dann von Jogging zu Power-Walking oder einfach schnellem Gehen. Hören Sie immer sehr genau auf Ihren Körper. Atemnot ist auf jeden Fall immer ein Signal, etwas zurückzustecken. Wichtig sind zum Schutz der Wirbelsäule sowie der Knie-und Fußgelenke sehr gut gepolsterte und stützende Laufschuhe, denn alle Gelenke werden durch die Schwangerschaftshormone nachgiebiger und weniger stabil gegen Verletzungen. Wie bei allem gilt auch hier: Übertreiben Sie es nicht. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kinder von Ausdauersportlerinnen, die bis zur Geburt trainierten, bei der Geburt durchschnittlich 400 g leichter sind. Wie bei einer Plazentainsuffizienz wird dem Kind nicht ausreichend Sauerstoff zur Verfügung gestellt, weil die werdende Mutter ihre eigene Muskulatur bevorzugt versorgt.
Geburtsvorbereitung
98 Ich bin schwanger, und die letzte Geburt war ein so enttäuschendes Erlebnis, dass ich jetzt schon wieder Angst habe. Was soll ich tun?
Viele Frauen, die ein traumatisches Geburtsgeschehen erlebt haben, verdrängen die damit verbundenen negativen Gefühle. Aber spätestens bei der nächsten Schwangerschaft kommen sie wieder ins Bewusstsein. Es ist wichtig, dass Sie möglichst früh mit einer therapeutisch ausgebildeten Person in Kontakt treten und sich unterstützen lassen. So können Sie unter Anleitung alle Sie belastenden Faktoren aus dem letzten Geschehen reflektieren, um sich bei dieser Geburt besser und angepasster begleiten zu lassen. Sie werden deutlich spüren, wie dies zu einer Versöhnung mit dem Geschehenen, aber auch zu einer Entspannung auf die nächste Geburt hinführt.
99 Warum soll man in den letzten Wochen vor der Geburt nicht mehr auf dem Rücken schlafen?
In den letzten Wochen vor der Geburt ist die Gebärmutter mit ihrem kostbaren Inhalt schon recht schwer und drückt in der Rückenlage auf die große Hohlvene (Vena cava), die das Blut zum Herzen zurücktransportiert und in der Körpermitte parallel zur großen Körperschlagader (Aorta) verläuft, die das Blut vom Herzen wegpumpt. Die Aorta hat eine dicke, muskulöse Gefäßwand wird nicht eingeengt, aber die Vena cava hat, wie alle Venen, nur eine dünne Wand. Wird die Vena cava eingedrückt, fliesst weniger Blut zum Herzen, also auch wieder weniger ins Gehirn und in den übrigen Körper. Der Blutdruck und die Sauerstoffversorgung sinken ab, was sich unter anderem in Schwindel und Herzrasen bemerkbar macht, dem sogenannten Vena-cava-Syndrom. Wenn zu viel Blut im Körper "versackt" und nicht so leicht zum Herzen zurückfliessen kann, führt das auch leichter zu Krampfadern, Hämorrhoiden und Wassereinlagerungen. Auf Dauer können schließlich die Gebärmutter und der Mutterkuchen und damit auch das Baby nicht mehr so gut mit Sauerstoff versorgt werden. Um Ihnen eine ungestörte Nachtruhe zu garantieren, ist in der späten Schwangerschaft die Links-Seitenlage zu empfehlen - links deshalb, weil die Vena cava rechts der Wirbelsäule verläuft. Die Rückenlage würde Ihrem Baby erst nach einiger Zeit Probleme machen, und bis dahin sind Sie längst aufgewacht, weil Ihnen schwindlig oder übel ist und das Herz zu rasen beginnt. Also keine Angst, wenn Sie unbemerkt trotzdem einmal auf dem Rücken schlafen.
100 Mein Baby sitzt in der 30. SSW immer noch gemütlich mit dem Kopf nach oben. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich noch dreht?
In der 30. SSW liegen noch 15% aller Kinder in der Beckenendlage (Steisslage). Die meisten drehen sich innerhalb der nächsten Wochen, und nur etwa 5% aller Kinder werden dann tatsächlich aus dieser Lage geboren. Grundsätzlich kann sich das Kind sogar noch bis kurz vor dem Geburtstermin aus der Beckenendlage in die Schädellage (Kopflage) drehen. Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto unwahrscheinlicher ist allerdings eine solche spontane Wendung. Sie können aber selbst etwas dazu beitragen: Eine sehr einfache Methode ist die "indische Brücke", aber es gibt auch noch die "sanfte Lichtwende", die Zilgrei-Methode, die Elektro-Akupunktur und die Moxibustion. Haben diese alternativen Wendungsversuche bis zum Ende der 37. Woche keinen Erfolg gehabt, bleiben nur die Hoffnung, dass sich das Kind doch noch von selbst dreht, die äußere Wendung durch das geburtshilfliche Team, die Geburt aus der Beckenendlage oder der geplante Kaiserschnitt.
