Schwangerschaft
Navigation überspringen- Tipps zum Schwanger werden
-
Vorsorgeuntersuchungen
-
- Allgemeines
- Pränatale Diagnostik
- Nicht invasive Methoden
- Invasive Methoden
-
- Der Schwangerschaftsverlauf
- Unterstützung vom Staat
Vorsorgeuntersuchungen
Wozu dienen Vorsorgeuntersuchungen?
Sie gehen zur Vorsorge, um die Gesundheit Ihres Kindes und Ihre eigene zu schützen bzw. zu erhalten.
Die Untersuchungen, die durchgeführt werden, variieren von Frau zu Frau. Sie sind abhängig vom Gesundheitszustand der Schwangeren und des Kindes.
Eine Schwangerschaft ist zwar keine Krankheit, aber doch nicht ohne Risiken. Sie sollten deshalb regelmäßig die Untersuchungen wahrnehmen.
Invasive Methoden
Die invasiven Methoden bedeuten stets ein direktes Eingreifen in den Körper der Mutter.
Aufgrund der möglichen Konsequenzen dieser Untersuchung bedarf es zuvor stets ausführlicher und verständlicher Aufklärung und Beratung sowie der Zustimmung der Schwangeren.
Was ist eine Fruchtwasserpunktion und wann wird sie durchgeführt?
Es wird durch eine Punktion Fruchtwasser gewonnen, um das Fruchtwasser und/oder die kindlichen Zellen klinisch-chemisch zu untersuchen.
Meist wird eine Fruchtwasserpunktion in der 15. bis 17. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt steht genügend Fruchtwasser zur Verfügung und die Zelldichte im Fruchtwasser ist ausreichend hoch.
Wie wird eine Fruchtwasserpunktion durchgeführt?
Der Arzt führt eine Nadel unter Ultraschallkontrolle durch die Bauchdecke in die Fruchtwasserhöhle ein. Er entnimmt 10 bis 15 ml Fruchtwasser und schickt dies in ein genetisches Labor zur Untersuchung. Dort werden die kindlichen Zellen des Fruchtwassers kultiviert (angezüchtet).
Viele Frauen haben die Angst, die Nadel könne Ihr Kind verletzen. Meist zieht sich das Kind jedoch in eine „Ecke“ der Gebärmutter zurück und verhält sich ganz still. Eine Betäubung ist nicht notwendig.
Welche Erkrankungen werden bei einer Fruchtwasserpunktion untersucht?
Es können bei dieser Untersuchung Chromosomenstörungen (Down-Syndrom) und das Vorliegen eines offenen Rückenkanals (spina bifida)festgestellt werden. In späteren Schwangerschaftsstadien wird das Fruchtwasser eher klinisch-chemisch untersucht. Hierbei kann eine Gefährdung des Kindes festgestellt und eine Entscheidung über eine eventuelle pränatale (vor der Geburt) Therapie getroffen werden. Auch der optimale Entbindungstermin kann bestimmt werden.
Wann bekomme ich die Ergebnisse?
Sie erhalten das Ergebnis nach zwei bis drei Wochen.
Welche Komplikationen können auftreten?
Es besteht das Risiko von Uteruskontraktionen (Zusammenziehen der Gebärmutter), des Verlusts von Fruchtwasser, der Verletzung des Fötus (extrem selten) sowie einer Fehlgeburt (0,5-1%).
Aufgrund der möglichen Konsequenzen dieser Untersuchung bedarf es zuvor stets ausführlicher und verständlicher Aufklärung und Beratung sowie der Zustimmung der Schwangeren.
Was ist eine Nabelschnurpunktion und wann wird sie durchgeführt?
Bei einer Nabelschnurpunktion wird Blut aus der Nabelschnur des ungeborenen Kindes entnommen. Dies geschieht sowohl aus diagnostischen als auch aus therapeutischen Gründen. Sie kann ab der 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden
Wie wird eine Nabelschnurpunktion durchgeführt?
Das Blut wird entnommen, indem die kindliche Vene innerhalb der Nabelschnur mit einer dünnen Nadel unter Ultraschallkontrolle durch die Bauchwand hindurch punktiert wird.
Aus welchen diagnostischen Gründen wird eine Nabelschnurpunktion durchgeführt?
Sie dient der Blutgewinnung des Ungeborenen. Bei Verdacht einer Blutgruppenunverträglichkeit können somit die Blutgruppe und die Antikörper des Kindes untersucht und bestimmt werden. Ebenfalls kann man eine Infektion des Fötus (z.B. Röteln oder Toxoplasmose) feststellen. Bei fortgeschrittener Schwangerschaft ist eine rasche Chromosomenanalyse durchführbar. Diese dient dem Erkennen von Chromosomenabweichungen.
Aus welchen therapeutischen Gründen wird eine Nabelschnurpunktion durchgeführt?
Es besteht die Möglichkeit, dem ungeborenen Kind durch diesen Eingriff ein Medikament zu verabreichen oder eine Bluttransfusion zu geben.
Welche Komplikationen können auftreten?
Es besteht das Risiko einer Fehlgeburt (1 - 3 %).
Aufgrund der möglichen Konsequenzen dieser Untersuchung bedarf es zuvor stets ausführlicher und verständlicher Aufklärung und Beratung sowie der Zustimmung der Schwangeren.
Was sind Chorionzotten?
Die aus kindlichem Gewebe bestehenden Chorionzotten bilden die äußere Begrenzung der Fruchthöhle.
Was ist eine Biopsie?
Hier wird eine Gewebeprobe entnommen.
Was ist eine Chorionzottenbiopsie und wann wird sie durchgeführt?
Bei einer Chorionzottenbiopsie werden Chorionzotten gewonnen um eine Erbgutanalyse zu erstellen.
Sie ist schon in der 11. bis 12. Schwangerschaftswoche durchführbar. Dadurch ist ein frühes Feststellen einer kindlichen Erkrankung möglich.
Wie wird eine Chorionzottenbiopsie durchgeführt?
Es gibt zwei verschiedene Methoden, diese Biopsie vorzunehmen:
1. durch die Bauchdecke hindurch:
Diese Methode wird am häufigsten angewandt, da sie weniger Risiken birgt.
Durch die Bauchdecke punktiert der Arzt mit einer Nadel unter Ultraschallkontrolle die Plazenta (Mutterkuchen). Choriongewebe wird entnommen und die Zellen zur Untersuchung in ein genetisches Labor geschickt. Eine lokale Betäubung ist meist nicht erforderlich.
2. durch den Gebärmutterhals hindurch:
Zunächst wird bei Ihnen ein vaginaler Abstrich entnommen. Dadurch wird festgestellt, ob Bakterien vorhanden sind, die zu einer aufsteigenden Infektion führen könnten. Um dies zu verhindern wäre bei vorhandenen Bakterien eine medikamentöse Behandlung erforderlich.
Der Arzt führt unter Ultraschallkontrolle einen Katheter (dünner Schlauch) durch die Scheide und den Gebärmuttermund in die Plazenta.
Welche Erkrankungen werden bei einer Chorionzottentherapie untersucht?
Es können bei dieser Untersuchung Chromosomenabweichungen und Stoffwechselerkrankungen des Kindes festgestellt werden.
Wann bekomme ich die Ergebnisse?
Die Ergebnisse der Kurzzeitkulturen liegen schon nach ungefähr zwei Tagen vor. Ein gesichertes Ergebnis liefern jedoch erst die Langzeitkulturen. Diese dauern zwei bis drei Wochen.
Welche Komplikationen können auftreten?
Das Hauptrisiko einer Chorionzottenbiopsie ist eine Fehlgeburt.